Über Oliver Rast

Kurzbiografisches

Ich wurde am 12. März 1972 in Westberlin geboren. Ich komme aus einem Arbeiter- und Angestelltenhaushalt, der sozialdemokratisch gesinnt war. Mit 16 Jahren trat ich der Jugendorganisation der SPD, den Jusos, bei. Anderthalb Jahre später organisierte ich mich in der Alternativen Jugend Westberlin (AJW), einer AL-nahen Jugendorganisation, die 1989 gegründet wurde.

Über die AJW war mein Schritt in das linksradikale Westberliner Milieu kurz. Ich bewegte mich in autonomen und antiimperialistischen Gruppenzusammenhängen. Seit Anfang der 1990er Jahre war ich im AStA der FU Berlin aktiv. Zu dieser Zeit engagierte ich mich u.a. in der internationalistischen Solidarität für politische Gefangene in der Türkei/Nordkurdistan.

Im Hochsommer 2007 wurde ich im Kontext eines fehlgeschlagenen Brandanschlags auf NATO-Kriegsgerät in Brandenburg/H. von einem Mobilen Einsatzkommando (MEK) mit zwei so genannten Tatbeteiligten festgenommen. Vorwurf: Mitgliedschaft in der „militanten gruppe“ (mg). Die mg bestand von 2001 bis 2009 und hat wesentlich die „Militanzdebatte“ inhaltlich und praktisch geprägt.

2010 wurde ich mit den zwei in Brandenburg/H. festgenommenen Genossen vom Berliner Kammergericht nach 63 Verhandlungstagen u. a. wegen Mitgliedschaft in einer „kriminellen Vereinigung“ nach § 129 StGB zu dreieinhalb Jahren Strafhaft verurteilt. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe bestätigte nach einer einjährigen Revision das Urteil des Kammergerichts.

Im Mai 2013 wurde ich vom offenen in den geschlossenen Vollzug zwangsverlegt. Hintergrund war das seit 2010 laufende §129-Verfahren wegen Mitgliedschaft in den „Revolutionären Aktionszellen“ (RAZ). Die RAZ werden seitens der verfolgugnsbehörden als Nachfolgeorganisation der mg gehandelt.

In der JVA Tegel haben Mehmet Aykol und ich die Initiative der Gründung der Gefangenen-Gewerkschaft/Bundesweite Organisation (GG/BO) ergriffen. Die soziale Frage hinter Gittern wird bis heute von der GG/BO aufgeworfen.

Als ausgebildeter Buchhändler mit dem Schwerpunkt Antiquariat arbeite ich seit 2005 – mit Unterbrechung 😉 – im „Roten Antiquariat“ in Berlin und Wien.

Und als schreibender Aktivist fülle ich ab und an Spalten in der Tageszeitung „junge Welt“ – vor allem versuche ich mich an Sportbeiträgen mit Reportageelemente. Des Weiteren schreibe ich für die Weblogs von „der Freitag“ und „HuffingtonPost Deutschland“ – ja, und das als Linksradikaler.